E-Mobility - Ein Blick in die Zukunft oder utopische Illusion?
Grüne Energie- ein geflügeltes Wort, das in aller Munde ist. Jeder möchte teilhaben am umweltbewussten Image dieser Tage. Doch wirklich grün handeln kann nur, wer grün denkt. Dies ist auch ein Kerngedanke von green minds. Ein starker Name, der zugleich Programm ist!
Die in 2009 gegründete Firma mit Sitz in Wien hat sich darauf spezialisiert Großkunden aus Industrie und Wirtschaft für nachhaltig angelegte und Energie-effiziente Mobilitätskonzepte zu begeistern. Elektomobilität ist ein aktuelles und spannendes Thema, welches, was die Umsetzung angeht, noch in Kinderschuhen steckt. Die Umstellung ist mit investorischen Risiken und zahlreichen Hürden verbunden und beginnt, wie jede Umstellung mit dem Bewusstsein für die Thematik innerhalb von Gesellschaft und Politik. Industrien, die einen umfassenden Mobilitätsfaktor aufweisen, können Vorreiter und Wegbahner sein.
Stellen erst einmal ausreichend Unternehmen um, wird das System alltagstauglich und zugleich günstiger. Aber aller Anfang ist schwer. green minds berät Kunden wie REWE Österreich, …… und ….. und trägt in großem Maße zur Aufklärungsarbeit und Trend-entwicklung rund um das Thema bei.
Wir hatten in Wien die Gelegenheit mit Dr. Eveline Steinberger-Kern, Gründerin und Geschäftsführerin von green minds zu sprechen.
Frau Dr. Steinberger-Kern, Sie haben Ende 2009 den Weg in die Selbstständigkeit gewagt. Was bewegte Sie damals green minds zu gründen?
Ich war bereits langjährig in der Energiebranche tätig (bei VERBUND und beim Klima- und Energiefond), als ich mich stärker mit dem Thema Smart Metering und Energieeffizienz beschäftigte. Weil ich selbst Mutter bin, ist mein Interesse am nachhaltigen Wirtschaften mit Energie und an umweltfreundlichen Themen umso größer. Aus dieser Situation heraus beschloss ich 2009 das Thema und mein umfassendes Know-How zu meinem Beruf zu machen.
Wo sehen Sie im Allgemeinen starken Aufklärungsbedarf für Unternehmen verschiedener Branchen / Industrien bzgl. Energie-effizienz?
Ich denke das Bewusstsein für dasThema ? fehlt noch vielerorts. Aufmerksamkeit haben wir durch Medienberichte bereits, aber kaum jemand versteht die Abläufe, die Handhabung oder den Komfort, den auch das Fahren eines Elektrofahrzeuges bietet. Es ist also ein starker Kommunikationsbedarf zu spüren. Ich bin überzeugt, dass das Interesse stetig wachsen wird.
Welches Budget muss ein Unternehmen mittlerer Größe mindestens einplanen, um auf grüne Energie umzusteigen? Wie lange dauert es dann, die Kosten wieder zu erwirtschaften?
Das kann man so pauschal nicht sagen. Sicher ist aber, dass es sich um eine kostspielige Initiative handelt, die auch noch mit Risiken verbunden ist. Setzt sich das System aber durch, ist langfristig eine sehr hohe Wertschöpfung absehbar. Nachteile gibt es kaum.
Welche Probleme kommen Ihnen häufig bei der Umstellung entgegen?
Oftmals ist die Führungsebene enthusiastisch und überzeugt den Schritt zur E-Mobility zu wagen. Bei der Delegation an die Abteilungen kommen dann häufig Proteste von Seiten des Risk Management oder aus der Personalabteilung. Argumente wie fehlende Mitarbeiterstäbe und zu hohe Aufwandskosten in Kombination mit dem fehlenden Verständnis für das Thema nehmen dann Überhand. Der Widerstand bringt das Engagement dadurch oft trotz Budgetakzeptanz zum Wanken oder gar ganz zum Kippen.
Wie grün ist ihr eigener Haushalt? Sparen Sie bewusst Energie?
Tatsächlich bin ich bewusster geworden und fahre inzwischen selbst ein Elektroauto. Ich bin vom Komfort und der Fahrqualität begeistert und hoffe, dass wir bald mehr Fahrzeuge dieser Art auf den Straßen sehen. Immer wieder mache ich mir den Spaß in Taxizentralen anzurufen und ein E-Taxi zu bestellen. Die Reaktionen sind interessant und wahnsinnig divergierend. Das bringt mich oft zum Schmunzeln.
Die aktuelle Lage in Fukushima hat die Welt erschüttert. Welchen Lernschluss würden Sie aus der Katastrophe ziehen? Ist Kernkraft tragbar?
Auch mich hat die Katastrophe wach gerüttelt. Bislang hatte ich mich kaum mit Kernkraft auseinander gesetzt, doch wie so oft im Leben, wird man nach Erschütterungen wachsamer.
Ich denke nicht, dass Kernkraft eine verantwortungsbewusste Methode der Energieerzeugung ist, die wir langfristig dulden sollten.
Unternehmen wollen inzwischen alle „grün“ sein. Es ist ein regelrechter Hype. Gibt es in der Praxis Hürden, die den Unternehmern nicht in den Kragen passen?
Die größte Hürde sind nach wie vor die Kosten. Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Welche Ziele haben Sie sich mit green minds für 2011 gesteckt?
Ich möchte das Konzept der E-mobility mit dem Engagement von green minds stärker in die Köpfe der Menschen bringen. Der Markt ist vorhanden und ich bin zuversichtlich, dass es nur der richtigen Vermarktung bedarf. E-Mobility muss zum Trend werden, dann profitieren Energieversorger, die Automobilindustrie und der Kunde. Ein rundum durchdachtes Konzept also.
Letzte Frage: Welchen Bereich der erneuerbaren Energien sehen Sie persönlich als Hauptträger für die Zukunft und warum?
Ich denke, dass Wasser zumindest in Österreich die Nummer 1 bleiben wird. Mit der effizienteren Nutzung durch den Verbraucher können wir im Grunde sogar auf Einspeisungen aus benachbarten Ländern verzichten.
Weltweit wird Solarenergie sicherlich den Weg für eine langfristig effiziente Energienutzung bahnen.
Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute weiterhin!
Text: Katrin Wellenberg
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